Das Johari-Fenster

Ein Fenster ist im Allgemeinen eine meist mehr oder weniger lichtdurchlässige räumliche Abgrenzung, die zum hindurchschauen einlädt. Je nach Modell hält es verschiedensten Witterungen stand und beschichtet man das Glas zusätzlich mit Aluminium, lässt es sich auch als Spiegel benutzen.

Das Johari-Fenster, entwickelt von den zwei amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham, nutzt diese Metapher wohl auch deshalb; vor allem aber auch, weil es mit seinen vier Feldern wie ein Fenster aussieht.

Diese Methode prüft auf sehr einfache und strukturierte Weise die Selbst- und Fremdwahrnehmung und vervollständigt damit das Selbstbild. Ausserdem kann man damit auf charmante Art das eigene Netzwerk pflegen oder reaktivieren. Sehr hilfreich ist es darum auch, das Johari-Fenster beispielsweise im Bewerbungsprozess und vor einem Vorstellungsgespräch anzuwenden.

Die Vier Felder

Das Johari-Fenster orientiert sich an folgender Abbildung:

Johari-Fenster als Grafik mit seinen vier Quadranten

Jeder Quadrant beschreibt eine Schnittmenge aus Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Private Person: Eigenschaften, die nur wir selbst kennen, sind unser «Geheimnis» und bezeichnen den privaten Rahmen. Die Größe dieses Feldes richtet sich nach unterschiedlichen sozialen Kontexten: Je nach Beziehung teilen und zeigen wir anderen mehr, andere oder weniger Eigenschaften unserer Persönlichkeit. In einer Paarbeziehung ist der Quadrant kleiner als etwa an unserem Arbeitsplatz.

Öffentliche Person: In diesem Feld befindet sich alles, was uns über uns selbst bewusst und auch anderen Personen bekannt ist. Auch hier spielt der Kontext eine wichtige Rolle, denn was z.B. in einer Freundschaft weniger wichtig ist, kann in der Teambildung starken Einfluss haben. Allgemein gilt hier: Die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mehrerer Personen funktionieren umso besser, je mehr wir übereinander wissen.

Blinder Fleck: Dieses Feld beschreibt den Bereich, in dem andere Personen Eigenschaften an uns wahrnehmen, die uns selbst so nicht bewusst sind. Bekommen wir dies als wertschätzendes Feedback gespiegelt, haben wir die Chance zu wachsen und auch diese Anteile unseren Ressourcen hinzuzufügen.

Unbekanntes Terrain: Was weder wir noch andere erkennen, ist entweder kein zentrales Potential oder noch unerkannt. Hier können verborgene Talente schlummern.

Methode

Die folgenden vier Punkte erklären das Vorgehen um ein eigenes Johari-Fenster zu erstellen:

1. Zu Beginn sucht man für sich selbst aus 56 standardisierten Adjektiven fünf bis sechs bestmöglich passende aus.

2. Nun werden Feedbackgeber ausgewählt. Je mehr, je besser. Und falls das Feedback für bestimmte Themen, wie zum Beispiel Bewerbungen gewünscht wird, können auch Teilmengen des persönlichen Netzwerks ausgewählt werden, die dazu passen.

3. Die ausgewählten Personen wählen nun aus denselben Adjektiven ebenfalls fünf bis sechs passende für den Anfragenden aus.

4. Diese gehen nun zurück zu dem Anfragenden und werden gegebenenfalls gemeinsam erörtert.

Alle vier Schritte können Sie einfach und kostenlos mit dem elektronischen Johari-Fenster auf der Webseite der ADVISOR.ZONE durchführen.

Ihre drei grossen Nutzen des Johari-Fensters im Bewerbungsprozess

Zu Beginn sind Sie im Bewerbungsprozess für einen potentiellen Arbeitgeber eine unbekannte Person. Je weiter Sie kommen, desto mehr geben Sie von sich Preis und wird auch von Ihnen wahrgenommen.

Bleiben Sie zu sehr in Deckung und halten den Quadranten Ihrer «Öffentliche Person» klein, wirken Sie sehr verschlossen. Der interessierte Arbeitgeber fragt sich möglicherweise, ob Sie etwas zu verstecken versuchen.

Mit dem Feedback aus dem Johari-Fenster können Sie sich offener und besser präsentieren, weil es Ihnen mehr Handlungsspielraum gibt.

Sich andererseits mit Fähigkeiten zu brüsten, die Sie nicht haben, funktioniert auch nicht. Wenn der Unterschied zwischen «Privater Person» und Ihrem «blinden Fleck» zu gross ist, wirken Sie unreflektiert und nicht authentisch. Für eine überzeugende Selbstpräsentation ist es unerlässlich, dass Sie Ihre Stärken und Schwächen kennen.

Das Arbeiten mit dem Johari-Fenster hilft Ihnen also auch dabei, neue Felder bei sich zu erkennen, für die Sie eventuell blind waren und damit offener im Vorstellungsgespräch zu agieren.

Ein weiterer, dritter und oft unterschätzter Vorteil dieser Methode: Fragen Sie beim Feedbackgeber einfach nach, warum er oder sie diese Eigenschaft an Ihnen als zentral wahrnimmt. Vor allem wenn diese ihnen bisher unbekannt war. Dieses Nachfassen gibt Ihrem Gegenüber das Gefühl zu helfen, was im Allgemeinen als gut empfunden wird. Zudem eröffnet es Ihnen auch die Möglichkeit, den Kontakt zu reaktivieren oder Netzwerkpflege zu betreiben.

Bereitschaft zur Selbsteinsicht und Annahme von «Kritik» vorausgesetzt, hilft Ihnen das Johari-Fenster durch strukturiertes Hinterfragen ihrer Selbstwahrnehmung und verbessert dadurch Ihre Möglichkeiten in der Kommunikation.

Diese Fähigkeit zu trainieren ist zentral für Selbstpräsentationen und Vorstellungsgespräche: Gerade bei den Fragen nach Stärken und Schwächen. Wer als Bewerber gut vorbereitet ist, wirkt im Vergleich mit Mitbewerbern reflektiert und verbessert seine Chancen.

Im Zweifelsfall und bei Fragen können Sie sich durch einen Jobcoach beraten lassen.

Fazit

Schon diese wenigen Beispiele zeigen, wie wertvoll dieses Tool im Bewerbungsprozess ist. Doch nicht nur da: Es bringt Ihnen Klarheit und Einsicht in Kommunikationssituationen in allen Lebensbereichen. Benutzen Sie es gratis und völlig unverbindlich, wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Klicken Sie hier um Ihr persönliches Johari-Fenster zu starten

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8. Februar 2022

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